„Evil Aliens“

Ich schaff das ja einfach nicht. In der Videothek an einem Film vorbeizugehen der „Evil Aliens“ heißt. Was ein bescheuerter Name. „Eine Mischung aus Bad Taste und Akte X“ verkündet die Packung. Oha. „Bad Taste“ wird ja immer herangezogen wenn ein, für wenig Geld gedrehter, mäßiger Splatterfilm beworben werden soll. Klappt bei mir jedesmal.
Gesplattert wird wirklich. Gliedmaßen fliegen durch die Luft. Arme, Beine und Köpfe werden mit spielerischer Leichtigkeit abgerissen. Frauen werden die Bäuche aufgeschnitten und Alienbabys reingestopft. Dem ersten Alien-Entführungsopfer wird das Arschloch aufgebohrt. Es gibt einen Schwulen der nur mitmacht um den Schwulen zu geben, immer gern genommen um billige Lacher zu ernten, was nebenbei bemerkt nicht ein einziges Mal lustig ist und natürlich den Ufojünger und Computerfreak der von einer Aliendomina mit Stachelbrustwarzen entjungfert wird.
Während Kyrill, der aktuelle Super-Duper-Mega-Orkan Deutschland plattraspelt schaue ich bösen Aliens zu die zwar ein Raumschiff bauen können das über das Streicheln eines offenliegenden Gehirns gesteuert wird, aber zu blöd sind einem VW-Bulli auszuweichen. Unsere Luft ist für die Außerirdischen zwar giftig, ihre Raumschifftür schließen sie aber trotzdem nicht. Da spaziert die Handvoll Menschen dann auch immer lustig ein und aus. Drinnen: Aliens ohne Helm. Draußen: Aliens mit Helm und giftige Luft. Is klar. Wer weiß schon über was für erstaunliche Technikspielereien Aliens verfügen die noch nicht mal Schußwaffen besitzen.
Egal. Der Film soll ja auch nur Spaß machen. Das klappt auch stellenweise ganz gut, etwa wenn ein Außerirdischer in „Gladiator“-Manier seine Hand über das Getreide streichen läßt um dann kurz darauf mit einem Mähdrescher geschreddert zu werden. Der Schlußgag ist auch noch mal ganz gelungen.

Leider sind die meisten Gags recht vorhersagbar und schlecht platziert, was aber auch an der Synchronisation liegen kann. Aber selbst mit Originalton dürften Welten zwischen dem Timing und der Trefferquote eines „Severance“ und „Evil Aliens“ liegen.
Aber egal. Das nächste Mal hol ich mir zum Ausgleich „Das Leben der anderen“, wenn der dann schon wieder legal ist.


1 Antwort auf „„Evil Aliens““


  1. 1 cineastin 19. Januar 2007 um 12:27 Uhr

    Evil Aliens ist ja wohl eine genial-sympathische Trash-Attacke und m.E. einer der besten Filme der letzten Jahre. Sex & explizite Gewalt ohne Ende, Aliens die endlich mal wirklich einfach nur böse sind treffen auf fast ebenbürtige brutal-debile Hinterwäldler – wunderbar! Severance ist was ganz anderes, der glänzt eher durch Dialog-Humor und gut gezeichnete Charaktere, bringt aber gore-mäßig kaum Treffer. Ich persönlich find beide gut, aber Evil Aliens war einfach durchgehend zum Brüllen.

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