Archiv für Februar 2007

Viel Blödsinn…

ist hier in letzter Zeit nicht dazugekommen. Aber jetzt sind alle Prüfungen abgelegt, alle Klausuren geschrieben und jeden Abend wird es später dunkel. Na mal schaun.
Demnächst gibts an dieser Stelle einen Schwarzfahr-Guide für den Berliner ÖPNV. Klappt aber bestimmt auch in anderen Städten und soll auf keinen Fall einen Anreiz zum Nachahmen bieten. Andererseits sichert Schwarzfahren natürlich auch Arbeitsplätze. Wo könnten sich sonst die ganzen Lullis, die sich Kontrolleure nennen, auf dem zweiten oder dritten Arbeitsmarkt behaupten? Ohne Schwarzfahrer wären sie überflüssig und würden weiter zwischen Arbeitsamt, Spätkauf und DSDS dahindämmern. Die und ihre kümmerliche Restautorität.
Neulich gingen wir so die Straße runter. Neben uns lief eine Politesse (Oder heißt das Politesser?) und klemmte Knöllchen hinter Scheibenwischer. Dann fuhr ein Polizeiwagen in Schrittgeschwindigkeit vorbei und die Politesse grüßte die zwei Beamten. Aber die Polizisten ignorierten ihn einfach und schauten durch ihn hindurch. Das muß hart sein wenn man so weit unten ist, das einen nicht mal mehr die Bullen grüßen.

Post von Malte

Liebe Bahn,

der Schmerz, einmal mehr, sitzt tief. Wenn man die Rolltreppe herunter auf das Gleis eilt, in der Hoffnung, nach dem Großstadtstress endlich auf deinen bequemen Sitzen Entspannung zu finden. Aber leider, wieder einmal zu spät. Der Zug.
Aber was sollst du auch tun. Ich kann das verstehen.
Verspätete Übergabe aus dem Ausland. Seit Monaten. Immer wieder 20 Minuten. 20 Minuten in denen man zur Untätigkeit verdammt am Gleis warten muß. Dafür wurde wohl der Begriff „Weiße Folter“ erfunden.
20 Minuten in denen sich die abgrundtiefe Bosheit kondensiert.
Verspätete Übergabe aus dem Ausland.
Aus Bratislava, steht auf dem Plan, kommt der Zug.
Ach die armen jungen Angestellten, Azubis würde man heute wohl sagen, die uns Tee und Kaffee reichen, damit wir uns warm halten können, während die Zehen langsam zu gefühllosen Klumpen kalten Fleischs gefrieren. Manch einer läßt seine Wut an ihnen aus.
Aber sie können nichts dafür.
Ich genieße diese kleinen Momente der Höflichkeit, der Zuwendung. Sie sind wie eine warme, eine helfende Hand in einer grauen kalten Winternacht, draußen, fern jeder Gemütlichkeit.
Was sollst du auch tun.
Es sind ja immer die Ausländer.
Du, Bahn, solltest diese Verspätung einplanen. Wenn die Bulgaren ihre Siesta machen, plane die 20 Minuten Verspätung einfach ein. Anpassung ist Stärke. Warum sollten wir unsere Ordnung von außen zerstören lassen.
Das würde ich mir wünschen!
Aber, oh weh. Die 20 Minuten sind um.
Jetzt hat der Zug 35 Minuten Verspätung und der Lautsprecher verkündet wieder: Es waren die Ausländer.
Ich weiß ja nicht.

Herzlichst,
dein Malte.