Archiv für Mai 2007

Linksalternativ

Das trifft mich jetzt aber hart. Linksalternative Lebenswelt. War „alternativ“ nicht ein Wort das MTV erfunden hat um erfolgreiche Musik von mehr oder weniger linken Musikern nicht „linke Musik“ oder „independent“ nennen zu müssen(oder zu können). Sondern „Alternative“. Ist dann nicht „linksalternativ“ so etwas wie ein weißer Schimmel oder ein alter Greis, ein kleiner Zwerg und ein runder Kreis? Vielleicht auch nur ein bißchen wie nasses Wasser?
Nein?
War auch nur Spaß. Wohl eher wie Ostwestfalen.
Autsch, das war ein Eigentor.

Ach, ist doch egal. Fahrt trotzdem nach Schwerin! Ihr könnt außer Bionade natürlich auch Milchkaffee mit gaaaaanz viel Schaum , Prosecco aus Dosen oder, völlig antikapitalistisch und werbefrei, Wasser aus der Regentonne trinken.

Das Ulkige an dem Artikel ist, daß wieder einmal versucht wird Widersprüche zu benennen wo keine bestehen. Als ob im Vergleich zu der Zuckerbrause das namenlose Bier weniger kapitalistisch wär oder es ALTERNATIVEN zu kapitalistischen Produkten im Kapitalismus gebe (mal abgesehen von einigen, wenigen Umsonstläden etc). Das ein Produkt auf dem Bio steht, oder das Bio produziert wurde, links ist, glauben eh nur Hippies oder, hmm, Alternative. Wie die Grünen ein Wohlfühlangebot für die bestehende Nachfrage und somit eben, wie die Grünen, streng kapitalistischen Regeln folgend.
Weiß doch jeder.

Paß auf wen du anrempelst, Big Brother is watching you

Auf dem Lawblog fand ich das folgende, hochinteressante Video:

Da kann der CDU nur Glück gewünscht werden. Anrempeln, Falschparken, auf dem Bürgersteig fahren, etwas wegwerfen. Ganz schön krass wie verkommen die Gesellschaft ist. Zum Glück gibt es die Videoüberwachung im öffentlichen Raum. Da können diese ganzen Ungeheuerlichkeiten endlich geahndet werden. Dann herrscht Ordnung. Schließlich, und da hat Angie Recht: Es gibt Gesetze. Da muß sich dran gehalten werden! Wird erst einmal angefangen solche Übertretungen zu tolerieren, weiß man später gar nicht mehr, wann das angefangen hat.

So gesehen wurde wahrscheinlich der Bundestrojaner von Schäuble nur falsch kommuniziert. Hätte ich gewußt, daß damit nicht die Privatsphäre der friedlichen Internetnutzer ausspioniert werden soll, sondern zur Jagd auf Forentrolle und andere Internetrüpel geblasen wird, die sich virtueller Rempelei und Kaugummiwegschmeisserei schuldig gemacht haben. Ich wäre sofort dafür. Ordnung muß schließlich sein.

„Sanfte Waffen für harte Zeiten“

Unter diesem Titel sendete WDR 5 heute ein interessantes Feature von Albrecht Kieser. In dem Beitrag geht es um die geplante Einführung neuer, „nicht tödlicher Waffen“ bei Polizei und Bundeswehr. Wie immer bei solchen Unternehmungen natürlich im verborgenen und hinter dem Rücken der Öffentlichkeit.
Interessant ist da vor allem die Auskunftsfreude der verschiedenen Protagonisten wenn sie auf die Herstellung oder den Erwerb von NLMs (Non-Lethal-Weapons) angesprochen werden z. B. Carl Zeiss Optronics, die „schweren Herzens“ die Interviewanfrage ablehnen müssen, da sie “ in einem sehr sensitiven Geschäft sowohl
[ihre] firmenvertraulichen Aktivitäten als auch die besonderen Verhältnisse
zu [ihren] öffentlichen Kunden beachten wollen und müssen.
“ Diese Abschnitte des Features sind im Manuskript dann auch treffend als Interviewblockade 1 bis x gekennzeichnet.
Insgesamt ein recht informativer Beitrag, darüber wie in Zukunft nicht nur kriegerische Auseinandersetzungen, sondern auch gesellschaftliche und soziale Proteste, gehandhabt werden sollen und damit man heute schon weiß, was einen morgen trifft kann hier das Manusskript zur Sendung runtergeladen und hier eine Probe angehört werden.
Das Manuskript ersetzt dabei natürlich nicht den Genuß ;) des Hörens aber lesen ist ja auch mal ganz schön.

Hähä. Erwischt!

Spiegel rettet Weltklima

Naziaufmarsch in Schwerin

Wer am 2.Juni noch nichts vor hat oder lieber gegen Nazis als mit Attac in Rostock demonstriert der kann an eben diesem Tag auch nach Schwerin fahren. Das hat viele Vorteile, mal davon abgesehen, daß man den Naziaufmarsch verhindert. Zum Beispiel muß man nicht Christian Ströbele beim Fahrradschieben zugucken oder darauf aufpassen, nicht über Gregor Gysi zu stolpern oder Jan Delay über den Weg zu laufen. Nein, Schwerin ist auch viel schöner als Rostock und Heiligendamm zusammen und hat ein tolles Schloß, daß gelegentlich auch auf den 2 Euromünzen bewundert werden kann. Nach der erfolgreichen Gegendemo kann man im Subversiv gemütlich ein Bier oder eine Bionade trinken oder immer noch nach Rostock oder Heiligendamm fahren. Na, das ist doch was.
Wer mir nich glaubt, kann sich auch nochmal hier erkundigen.

„Polizisten bleiben eben Polizisten“ oder „Keine Enthüllungen durch Forum-Hack“

Da haben die Schelme von der Datenantifa ein privates Forum von und für Polizisten gehackt und der interessierten Öffentlichkeit zum Download bereitgestellt. Mittlerweile ist die eine oder andere Perle, die sich in den verschiedenen Beiträgen findet auch auf Indymedia in den Kommentaren dokumentiert. Tja, und was soll man sagen. Eigentlich keine Überraschungen, oder? Genau so, haben wir immer gedacht, stehen die ab und das tun sie wirklich. Das Gewissen kann sich beruhigen, es war kein Vorurteil, niemandem wurde Unrecht getan.

Köpi verkauft…

und schon wills wieder keiner gewesen sein:)
köpi blir

und scheinbar waren sie es auch nicht, aber deswegen gleich die ganze Homepage vom Netz nehmen?

Das ist ja schon politisch

Am Samstag wurde ich in einem Schuhgeschäft Zeuge von folgendem, beeindruckenden Verkaufsgespräch:
Der Kunde, seitengescheitelter Uncle-Sallys-Foto-Strecken-Lookalike, sucht neue Schuhe, das scheinbar auch schon eine ganze Weile bevor ich den Laden betreten hab. Der Verkäufer, immer noch höflich aber doch leicht genervt, sagt: Versuchs doch mal mit Chucks? Die passen zu deinem Outfit.
Darauf der Kunde: Chucks??? Ich weiß nicht, das ist ja schon politisch.
Schweigen.
Der Verkäufer überlegt und sagt: Nein, nicht politisch. Die sind kultig!
Man mag es kaum glauben, aber kurze Zeit später verließ ein zufriedener Kunde den Schuhladen mit einem Paar unpolitischer, kultiger Chucks.

Steineschmeißen rettet Menschenleben

Dann war ich doch noch da, zwischen Bobos, Bratwurst und Becks. Ein bißchen verwirrt rumgelaufen und auf dem Oranienplatz vor Thor Steinar Scherben (haha) geflüchtet. Der nächste Schock war eine Metalband auf der Trinkteufelbühne mit bösem Antilopenschädel am Mikrofonständer. Also zurück zum Heinrichplatz. Gleichzeitig traf dort der Intifada-Block der 18-Uhr-Demo mit Mao-Fähnchen ein. Doppelschock. Trotzdem den Fluchtreflex überwunden und wenig später ein paar nette Bekannte auf der Demo getroffen. Später das Klo im Vegi-Burger blockiert und danach den Kurzauftritt von Guerilla auf der Demo angeschaut. Ein paar Betrunkene in Hawaiihemden, die eigentlich gar keinen Alkohol trinken müßten um sich blöd aufzuführen, führen sich blöd auf, schubsen sich gegenseitig und lachen sich darüber kaputt. Die Demo wird beendet und eigentlich wollte ich nach Haus, gehe aber mit den anderen noch mal zurück zum Myfest. Ganz üble Sache. Da denkt man, als Wahlberliner dem Bierzelt- und Karnevalterror mit einem Umzug in die Großstadt entflohen zu sein, aber er holt einen doch wieder ein. Aber was solls, denke ich mir. Der 1.Mai ist eh ein blöder Feiertag für Arbeitsfetischisten. Besser die Leute verfressen und versaufen ihr Geld auf den Kreuzberger Straßen als in Mitte mit dem DGB für mehr Arbeit zu demonstrieren. Von mir aus kann man auch ruhig Ninja Turtles mit Flaschen beschmeissen. Das sind nämlich auch solche Arbeitsfetischisten. Die machen nicht mal an Feiertagen frei.
Im Gegenteil, die sind sogar ganz wild darauf am 1.Mai zu arbeiten. Hängen in ihren Wannen rum und stehen die ganze Zeit unter Strom. Ein Glück daß es immer ein paar Tapfere gibt, die es den Turtles ermöglichen sich etwas abzureagieren. Mag man sich gar nicht vorstellen: Alles bleibt ruhig. Wo sollen die dann mit ihrer Anspannung und aufgestauten Aggression hin.
Ich hatte früher schon einmal hieraus zitiert und das Zitat paßt auch ganz wunderbar zu dem Schreckensszenario eines friedlichen 1.Mais:

“Überraschend ist der hohe Anteil (an Amokläufen,rb)von Personen mit Verbindungen zu “waffentragenden” Berufen oder mit besonderem Bezug zu Waffen (”Waffennarren”), nämlich 26% Soldaten und 7% Polizisten. Diese Prozentsätze sind deutlich höher als der Anteil an der entsprechenden männlichen Bevölkerung (so beträgt in Deutschland der Anteil der Soldaten an der männlichen Bevölkerung über 20 Jahre ca. 1,13%, derjenige der Polizisten ca. 1,07%).”

Tja, traurig aber wahr. Steineschmeißen rettet Menschenleben.

Party Hard

In der Sonne liegen und seinen Kater geniessen. Der 1.Mai kann mich mal am Arsch.
Gestern der Polizei beim Üben neuer Einsatzkonzepte auf dem Boxhagener Platz geholfen.
Eine Frechheit, daß wir das nicht bezahlt bekommen.