Archiv für Juli 2007

Stauffenberg sucks!!!

Und noch einmal, weil sie alle wieder, oder immer noch, rumjammern, Tom Cruise würde ihren feinen „Widerstandskämpfer“ Stauffenberg beschmutzen, mißbrauchen oder verscientologisieren. Der Sack war ein Nazi und nur weil er, als das Kriegsende bereits abzusehen war, versucht hat, für seine Nazikumpels zu retten was noch zu retten ist, wird aus einem Nazi noch lange kein Widerstandskämpfer. Alles was Stauffenberg tat zielte darauf ab die Macht zu erhalten. Wenn für den Machterhalt der alte, mittlerweile verrückter als eine Scheißhausfliege auf Crack gewordene Adolf hochgebombt werden mußte war das eben so. Da ging es um Politik, nichts persönliches. Wenn dann irgendwelche Vollpfosten sich im Fernsehen auslassen, Tom Cruise dürfe als Anhänger einer fiesen Sekte (gern werden in dem Zusammenhang auch die Wörter „faschistisch“ und „totalitär“ bemüht) nicht den duften Stauffenberg spielen, drängt sich die Frage auf: Warum nicht? Das kann doch nicht das Argument sein.

Der Klimawandel ist ein Witz

Über das Wetter schreiben ist langweilig. Zurecht wurden daher die Gespräche über selbiges als Inbegriff der Belanglosigkeit oder als Small-Talk-Thema Nr.1 bespöttelt. Jedenfalls früher. Heute ist das Wetter ein Politikum. Ein Narr, wer nicht jeden Tag sorgenvoll in den Himmel blickt und im aktuellen Tief- oder Hochdruckgebiet die Vorboten des globalen Klimawandels erkennt. Die besonders Witzigen spotteten gern, die Erwärmung soll nur kommen. Kein Winter mehr, immer schön warm. Aber Pustekuchen. Das wurde mit dem, mittlerweile auch durch Hollywood verwursteten, Horrorszenario eines stockenden Golfstroms gekontert. Umso wärmer es wird, umso kälter wird es. Wen das noch nicht schockte, nun, für den gibt es seit ein paar Jahren, und seit „Der Schwarm“ endlich auch im Mainstream, die Metanhydrate draußen im Ozean. Die sind ein 30 mal stärkeres Treibhausgas als Kohlenstoffdioxid und sie warten unten am Kontinentalhang nur darauf uns ordentlich einzuheizen. Vorausgesetzt es wird in der Zukunft warm genug.
Wenn es zur Zeit gerade, sagen wir mal, etwas frisch ist und jeden Tag regnet, dann liegt das am Klimawandel. Weil das aber eher britisches Klischeewetter denn Dürrezeit und Hitzetod ist, freue ich mich schon darauf, morgen für 4 Tage Richtung Mittelmeer zu düsen um dort einer sardisch-russischen Hochzeit beizuwohnen, aber vor allem doof in der Sonne rumzuliegen. Das Mediterranikum liegt eben doch nicht im Norden.
Manchmal allerdings schon.
Als ich vor ein paar Wochen in Norwegen weilte prangten auf dem norwegischen Bild-Zeitungsklon in großen Lettern die Tagestemperaturen der norwegischen Städte und in der Tat: Es war warm. Frühlingshaft für einen Mitteleuropäer aber die Skandinavier sind da anderes gewöhnt. Das Wetter kühlte sich über die Tage ab und während ich erst zurück in meinen Pullover und später auch in meine Jacke schlüpfte rannten die Norweger/innen unbeirrt in Tshirts oder gleich oben ohne rum (nur die Jungs).
Außerdem besuchte ich einen Gletscher, dem ich das erste Mal vor 15 Jahren, als kleiner Steppke, eine Visite abgestattet hatte. Der Briksdalsbreen ist eine Zunge des Jostedalsbreen, des größten europäischen Festlandgletschers und dem einen oder der anderen Norwegenreisenden wahrscheinlich bekannt.

Der Weg schien seit damals nicht kürzer geworden zu sein. Während ich die paar Kilometer fröhlich bergauf stieg wurde ich von einer asiatischen Reisegruppe eingeholt, die sich von den Buggies des Touristencenters hochfahren ließ. Zuerst fand ich das ja unsportlich, als die Gruppe aber nett rüberwinkte war ich wieder versöhnt.
Oben angekommen zeigte sich, daß der Weg nicht nur nicht kürzer sondern sogar ein beträchtliches Stück länger geworden war. Noch ein paar Jahre und das Touristencenter im Tal muß sich eine neue Attraktion suchen.

Vielleicht entdecken die Gletscher aber auch nur den Hedonismus?

Letztes Jahr im Juli befand ich mich in den Alpen auf einem Paß der den schönen Namen Ritzenjoch trägt. Mit einem Fuß in Österreich, mit dem anderen in der Schweiz und neben mir ein Typ, der die Gletscher in der Nähe mit seinem Fernglas beobachtete. Ich machte nach dem Anstieg zum Paß gerade eine Pause und war etwas verärgert weil meine Suppenterrinen, die ich als Proviant dabei hatte, in der dünnen Luft wie Popcorn explodiert waren und sich der Inhalt ziemlich vollständig und gleichmäßig in meinem Rucksack verteilt hatte. Merke: Suppenterrinen nicht im Flachland kaufen wenn man vorhat auf 2700 Meter Höhe zu klettern.
Irgendwann nahm der Typ sein Fernglas runter, schaute mich an und sagte: „Die Gletscher sind alle nackt!“
Wenn man nun das, was der anglikanische Bischof von Carlisle, Graham Dow, behauptet zu Ende denkt, nämlich das die Naturkatastrophen durch die Homosexualität hervorgerufen werden, Gott also um die Menschen zu strafen den Klimawandel in Gang gesetzt hat, nun dann hat das zumindest ein Gutes:
Die Homosexuellen dieser Welt haben den Gletschern den Hedonismus gebracht.

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(gefunden auf lawblog.de)