Archiv für August 2007

John McClane vs Snake Plissken

John McClane ist ein alter, doofer Spiesser. Da versuchen Terroristen die USA mit dem Diebstahl der landesweiten Finanzdaten in die Steinzeit zurückzu… ähh -dingsen und was macht John? Er hindert sie daran.
Snake Plissken hingegen ist da ein ganz anderes Kaliber. Terroristen mopsen die Fernbedienung für einen EMP-Satelliten der die ganze Welt, nicht nur ein lumpiges Land, in die Steinzeit zurückiämpiet und was macht Snake? Nimmt den Terroristen die Fernbedienung weg und macht es selbst. Da könnte sich John McClane noch eine Scheibe von abschneiden.

Heute in der Wochenendausgabe

der Schweriner Volkszeitung gefunden:

Kurz gegoogelt und herausgefunden: Es gibt noch mehr mögliche Kombinationen aus Überschrift und RasseBild.

Paderborn muß aufsteigen!

Weil es der lesenswerte Agitpopblog so will und ich mich auch jedesmal bekringel wenn ich an dieser wunderschönen Bauruine vorbeifahre.

Thor Steinar, Kölner Touristen und die Vernichtung der Welt

Das Studium raubt einem die Lebenszeit. Jedenfalls manchmal. Die letzten Wochen befand ich mich auf einer Exkursion in Niedersachsen und Sachsen Anhalt. Hört sich aufregend an, ich weiß. Während wir so im Mietbus über die Landstraßen entlang der niedersächsisch-anhaltinischen Grenze juckelten, fragte meine Sitznachbarin: Sind wir schon im Osten? Ich antwortete mit ja und sie wollte wissen, woran man das erkennen kann. Ich sagte aus Spaß: Das ist ganz leicht. Wenn die Jugendlichen Thor Steinar tragen befinden wir uns im Osten.
Manchmal werde ich traurig, wenn ich Recht habe und manchmal erfüllt es mich mit grimmiger Freude. Kaum haben wir den Bus an unserem Zielort in Sachsen Anhalt verlassen, fährt ein Jugendlicher auf einer Simson an uns vorbei. Jetzt ratet mal, von welcher Marke seine Jacke war.

Der Osten ist ein stinkender Haufen Scheiße und wie ein Prophet muss ich gelegentlich aus meinem selbstgewählten Exil in die tristen, grauen Niederungen des ostdeutschen Outbacks hinabsteigen. Ich komme mir vor wie Stephen Kings Revolvermann im endlosen Kampf gegen die langsamen Mutanten in einer Welt die sich weiter gedreht hat. Aber meine Reflexe sind gut, meine Instinkte geschärft und ich habe spezielle und wundervolle Augen mit denen ich hinter die Fassade schauen kann. Manche Leute nennen das Paranoia, aber nur weil sie nicht sehen können, was ich sehe.
Zum Glück hat das Anti-Everything-Fanzine recht: Eine vernichtete Welt ist möglich! Und ich möchte noch hinzufügen: Im Osten muss es beginnen!
Bevor ich aber in diesen, mit zäher, stinkender Brühe gefüllten Pfuhl hinabsteige, mache ich zur Stärkung noch eine kleine Tour durch die westlichen Bundesländer.

Unser erstes Ziel war Frankfurt am Main.
Alte Freunde besuchen kann auch deprimierend sein. Soviel weiß ich jetzt. Für manche Leute bleibt die Zeit stehen. Trotzdem vergessen sie nie zu altern. Andere leben ihr Leben wie ein Provisorium und für manche gilt beides. Irgendwo zwischen „nie wirklich angekommen“ und „Ziel zwar erreicht, aber alle anderen sind schon vor Stunden nach Hause gegangen“. Da steht man nun, trinkt Rum mit Cola zum Feierabend und liest schmierige Artikel in der Coupè. Wie und warum entstehen die sexy Clips fürs Nachtfernsehen. Es gibt Sitzbadewannen. Erstaunlich.
Am nächsten Tag geht es weiter nach Köln. Ich bin ein verdammter Tourist und steige auf den Kölner Dom. Später besuchen wir eine Freundin, die nicht nur sehr nett, sondern auch mit wohlhabenden Eltern gesegnet ist. Das Kontrast-Programm zum vorigen Tag. Irgendwo zwischen Swimming-Pool im Partykeller, Kickertisch und Plasmafernseher gehen wir verloren und verenden auf der Couch. Zum tausendsten Mal „Big Lebowski“ auf DVD. Es gibt Dunstabzugshauben mit Fernseher. Erstaunlich.
Nach dem Aufstehen packen wir unsere Sachen und machen uns wieder auf die Reise. Der nächste Halt ist Hamburg. Wir starten mit Jever und Pfirsich-Schnaps bevor wir die Wohnung unseres Gastgebers Richtung St. Pauli verlassen. Der gleichnamige Verein hat gerade Leverkusen weggehauen. Glaube ich. In der Nähe der Roten Flora treiben sich Bullen rum. Wir spielen mit dem schlechtesten Kicker ever. Wie können Menschen ein so wundervolles Gerät nur derartig runterkommen lassen.
Das letzte Bier trinken wir in der Kneipe der gescheiterten Existenzen. Das ist ein weltweites Franchise-Unternehmen mit mehr Filialen als McDonalds. Und wie bei den McDonalds-„Restaurants“ ist in diesen Kneipen der Look und das Feel und die Besetzung (Kundschaft, Stammkundschaft und Bedienung) überall gleich. Routinierte Trinker, passionierte Trinker und gemeingefährliche Trinker, aufgefädelt wie Perlen auf einer Schnur.
Am nächsten Tag treffen wir einen Freund von Steffen im Cafe del Sol. Wir trinken Cuba Libre und reden über den HSV, private Rentenversicherungen, den neuen Audi TT und Hooliganvergangenheitsbewältigung. Alles Themen von denen ich zwar keine Ahnung , aber immerhin eine Meinung zu habe, während an der Decke die Ventilatoren rotieren.
Am Ostseestrand lassen wir unsere kleine Odyssee im 17° „warmen“ Wasser ausklingen.

Die Sonne scheint. Ich denke daran wie schlecht es uns doch geht. Irgendwann werde ich zu den Massen sprechen, diese große, dumme Masse wird andächtig schweigen, wenn ich das Wort, mein Wort, an sie richte.
Und ich werde sagen: Damals, da ging es uns schlecht. Wir hatten nichts! Nicht mal was zu tun.
Danach schlage ich mich mit einem irren Haufen biomechanisch aufgemotzter Anarchisten in die Wälder und wenn ein paar Jahre später alles in Trümmern liegt, „dann werden wir ihn haben, den Frieden.“ (Lieblings-Star-Wars-Zitat, Scheiß was auf „Luke, ich bin dein Vadder“)