Archiv für April 2008

Law and Order

Der Bulle der dann aus dem Gestruepp gekrochen kam und meinte: Wo sind eure Radeberger-Ausweise?! der tat mir auch irgendwie leid. Die ganzen 40m Gebuesch muss er ueber diesen coolen Spruch nachgegruebelt haben und dann keinen Applaus von seinem Publikum. Die Hausfriedensbruch-Anzeige ist geschenkt, ihr Clowns und das rumkumpeln koennt ihr euch auch klemmen.

Haha, nur fuer euch, Jungs:

Der Gottesstaat kommt!

Die Uebergriffe haeufen sich. Waehrend bei PI immer noch panisch gegen den Islam polemisiert wird, hat sich laengst eine viel gefaehrlichere Sekte zu einer ernsthaften Bedrohung entwickelt. Rastafaris!
Aber ich kann sagen: Ich habs die ganze Zeit gewusst. Es musste so kommen.
Wie so oft liegt der Schluessel zur Erkenntnis in der Vergangenheit.
Vor einigen Jahren war ich auf einem eher langweiligen Punk-Festival. Spannend wurde es nur, als die Jesus Skins auftraten. Der Auftritt allerdings war recht kurz, denn wie aus dem Nichts tauchte ein bedreadlockter Mob auf, laut „Scheiss Religion!“ bruellend und Flaschen nach den Musikern schmeissend. Der Auftritt wurde nach kurzer Zeit abgebrochen und die vermeintlichen militanten Atheisten zerstreuten sich sofort.
Das alles waere nur eine Randnotiz ueber humorresistente Punks geblieben, haette ich nicht etwas spaeter genau diese Gruppe auf dem Parkplatz froehlich grillend wieder getroffen, wo sie sanft zu einlullender Reggeae-Musik schunkelten und „Jah is almighty“ sangen.
Offensichtlich handelte es sich bei diesen Menschen nicht um atheistische Punks sondern um ein militantes Rastafarikommando und was ich so leichtfertig als Humorresistenz abtat war in Wirklichkeit ein Sektenkrieg. Diese Anekdote soll nur ein Hinweis auf den hohen Organiationsgrad von Rastafaristrukturen, auch innerhalb der Linken, sein.

Auf alle Faelle wuensche ich auf diesem Weg Diffi und Kroete viel Kraft und Mut und gute Besserung.

Kleiner Ausgehtip

Auch wenn ihr alle das eigentlich nicht verdient habt, geht doch am Samstag zur Pop-Party der FRI ins Zielona Gora. Der/die weltberuehmte Dj Queenie spielt Pophits. Na, wenn das nix is. Besser als der Scheiss den ihr sonst so macht allemal.

„Blühende Rauchgaslandschaften für unsere Kinder“

So stehts in der Satire-Rubrik von www.keinemva.de. In meiner zweiten Heimat, Paderborn, dem erzkatholischen Herzen NRWs, spielt sich naemlich zur Zeit ein Muelldrama neapolitanischen Ausmasses ab. Nicht nur die Bewohner der Stadt am kuerzesten Fluss Deutschlands machen Front gegen die geplante Muellverbrennungsanlage in Moenkeloh sondern auch der liebe Gott persoenlich mischt sich ein. Na, und wenn Gott schon dabei ist, wird es auch schnell grundsaetzlich:

Klick!

Eine Provinz-MVA als Ausgangspunkt der Apokalypse. Irgendwie faszinierend. Sogar die Uni Paderborn, sonst eher dafuer bekannt, jeden freien Platz ausserhalb der Hoersaele mit Werbestaenden irgendwelcher Firmen vollzustellen, die versuchen die Studenten mit Geraeuschen von Phil Collins zum abonnieren, bestellen und unterzeichnen von Muell zu verfuehren oder dafuer an jeder freien Wand in der Uni eine Ueberwachungskamera montiert zu haben stellt sich mit einem Transparent gegen die MVA.
Als sich auch die Schueler des Goerdeler-Gymnasiums gegen die Muellverbrennungsanlage stellten:

Klick!

kam es zum Eklat. Politische Aeusserungen sind an Schulen nicht gerne gesehen, Transparente schon gar nicht. Um aber den Widerstand gegen die MVA von Seiten des Gymnasiums zu verteidigen, wurde auf die Widerstaendler-Biographie des Namensgebers der Schule verwiesen. Der Widerstand des feinen Herrn Goerdeler gegen das Naziregime bestand allerdings im wesentlichen darin, erstmal das meiste mitgemacht zu haben. Immerhin war er aber bereits 1935 mit Hitler ueber die Wirtschaftspolitik uneins, weshalb er von diesem auch aus seinem Amt als Reichskommissar entlassen wurde. Danach waere er gerne selber Reichskanzler geworden, aber daraus wurde bekanntlich nichts.

Dean Dirg Raus!

Einfach nur schoen:

Ich hab die Bewegung gefaehrdet und habs wieder gut gemacht.

Ich hab die ganze Zeit darauf geachtet. Auf keinen Fall schwarze Regenjacke und blaue Jeans zusammen. Und dann ist es mir doch passiert. Ich habe gegen das 5. Gebot des antifaschistischen Aktionismus von Moses Scharfblick verstossen. Ich hab einfach nicht aufgepasst. Es hat geregnet und war kalt, ich hatte es eilig und war in Gedanken ganz woanders und da ist es mir passiert. Ich hab mich so geschaemt, als ich zufaellig mein Bild in einem Schaufenster sah und hab mich den ganzen Tag schlecht gefuehlt. Um diesen Frevel an der Bewegung wieder gut zu machen hab ich gleich am naechsten Tag auf einem Kindergeburtstag einen Clown verpruegelt.
Ich finde es zum kotzen, dass die Leute nicht kapieren: Clowns sind eine Taktik, kein Broterwerb, keine Unterhaltung und schon gar nicht Bespassungstrottel fuer Minderjaehrige.

Knetvideos

Noch mehr Musik. Nach dem Fußballliedschock zur Erholung ein feines Knetvideo:

Gut gemeint

Wann Aldi wohl merkt das Tofu-Schnitzel mit Eiweißpanade an ca 99% der Zielgruppe vorbei gehen dürften?

Genau das passiert, wenn ihr Paderborner trinkt

Während ich ein trostloses Jahr als Student in Kiel verbrachte, stolperte ich eines Abends in eine Tankstelle. Ich hatte den ganzen Tag am Ostseestrand mit einem Bekannten Bier getrunken und Techno von einem leiernden Tape auf einem leiernden Kassettenrekorder gehört. Daran könnte es gelegen haben, daß ich zielsicher die weißen Radeberger-Dosen im Regal ausmachte und mich wie blöd freute, dass das auch noch das billigste Dosenbier in der ganzen Tankstelle war.
Irgendwann schliefen wir gemütlich auf einer Bank in der Kieler Einkaufsstrasse, deren Namen ich vergessen habe, ein. Nach wenigen Stunden Schlaf wachte ich fröstelnd auf. Es ging mir gar nicht gut und wie sich herausstellte hatten wir kein Radeberger sondern Paderborner gekauft.
Die folgende, weltberühmte Kieler Band macht auch so ihre Erfahrungen mit diesem Stoff:

Sterbt alle an diesem Lied!

Nach längerer Pause auch gleich ein Novum: Fussball-Content. Außerdem ist dieser Blog bekannt für seinen erlesenen Musikgeschmack und deshalb muß hier das Fußballeuropameisterschaftslied von Revolverheld gefeatured werden.
Hmm, Revolverheld? denkt jetzt vielleicht der ein oder andere. Ist das nicht diese Erntedankfest-Band die so lahmen Großraumbürofrühstückskaffee-Rock spielt? Genau!
Ich wünsch euch allen einen fiesen Ohrwurm, ihr Schweine!