Archiv für Juli 2008

Boomtown Berlin

Wie konnte das passieren. Classless hat ein schönes Meteoriten-Video entdeckt in dem Berlin auch noch die Hauptrolle spielt. Vor mir! Wo ich doch ausgewiesener Meteoritenexperte bin. Und dann bringt robotporn in den Kommentaren auch noch den Mediaspree-Gag. Vor mir! Das ist bitter.

Zum Trost hab ich aber noch ein Meteoriten-Video in dem Berlin die Hauptrolle spielt. Da wird die Stadt sogar hübsch physikalisch korrekt zerlegt, ohne den ganzen Pseudo-Doku-Quatsch. Quasi staubtrockene Wissenschaft. Gähn. Egal!

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Natürlich via.

Klimakiller-Hitler beleidigt deutsche Volksgemeinschaft

Wenn einer UNS und UNSEREN Atomausstieg beleidigt, dann muss das schon ein wahrer Hitler sein.
Und nun? Kopf abschlagen?

Mehr gibts bei Menschenfresser, dem Stalin unter den Atomaussteigern.

The Black Gestapo

Gut, die Musik ist gar nicht sooo schlecht.

Vergiss bloss nicht den Kopfhörer aufzusetzen!

Fiese Reportagen aus dem Hinterland. Grausame Begegnungen mit bösartigen alten Damen in überfüllten Zügen. Diesen ganzen, für einen Fremdkörper wie mich, unglaublichen Scheiß der einen überfällt, wenn man nur eine Sekunde nicht aufpasst.
Der erste Fehler war, die Kopfhörer nicht aufzusetzen. Ich war verkatert und hatte keine Lust auf Musik. Der zweite war, mir ein Abteil auszusuchen in dem sich bereits zwei Omas befanden. Der dritte und größte Fehler war, als beim Betreten des Abteils eine der Omas sofort die Gelegenheit nutzte um sich abzusetzen, nicht selbst die Flucht zu ergreifen sondern mich noch seelenruhig hinzusetzen.
Ich wollte etwas schlafen und auskatern. Die verbliebene Oma wollte reden. Abgehakte, laute Sätze. Wetter. Pause. Wetter. Pause. Reisen. Pause. Zwischendurch stellte sie Fragen. Die Antworten interessierten sie nicht. Das war nur der Aufhänger für weitere Stakkatosätze und zwischendurch Meinung. Jede Menge Meinung. Sie kam aus einem Dorf bei Stralsund.
Ich dachte, es ist nur eine Stunde, dann steige ich um in den nächsten Zug. Das war natürlich bevor das Stellwerk ausfiel und unser Zug mitten im Ödland des ehemaligen Grenzstreifens auf unbestimmte Zeit stehenblieb.
Nun hatten wir jede Menge Zeit uns noch besser kennen zu lernen.
Ich erfuhr alles über Auswanderershows. Da gehts scheinbar eher exotisch zu. Der Ossi-Exodus aus den strukturschwachen, radioaktiv verseuchten Steppen östlich der Elbe in die glitzernden westlichen Metropolen findet in diesen Sendungen nicht statt. Die Oma wurde etwas böse. Scheinbar gibt es in diesen Doku-Soaps Menschen die ihre Auswanderung nicht minutiös vorausplanen, sondern einfach ihr Glück irgendwo anders versuchen. Das kann sie nicht verstehen und sowas macht sie wütend.
Vom Thema Glück suchen und Auswandern ist es nicht weit zum Thema Arbeit. Auf das unvermeidliche „Wer arbeiten will, findet auch Arbeit!“ antwortete ich zur Abwechslung nicht „hmm“, „grunz“ oder „ja“ sondern: „Will man die Arbeit oder das Geld, das man für die Arbeit kriegt?“ Während ich noch überlegte, auf welcher Kaffeetasse ich diesen Spruch wohl aufgeschnappt habe, bemerkte ich, das hatte gesessen. Es war ruhig. Ich starrte aus dem Fenster auf das vertrocknete Gras, die Windräder und die verfallenen Backsteingebäude.
Nach kurzer Pause Themawechsel. „Wenn einer eine Reise tut, hat er was zu erzählen.“ sagte sie und alles begann von vorn.
Sie wollte wissen was ich besser finde. Früher, also DDR, oder heute? Ich entschied mich für heute, die Oma für die DDR, weil das Essen damals besser geschmeckt hat. Oder zumindest nicht schlechter, wie sie sagte.
Dann Berlin. Sie sagte, da ist es ganz schlimm. Im Stadtteil Kölln. Ich sagte, ich wohne da. Daraufhin war sie etwas verunsichert und dann etwas enttäuscht, dass mit mir wohl kein gemütliches Migrantenbashing im Zugabteil veranstaltet werden konnte. Sie zog sich darauf zurück, dass das Fernsehen auch gerne übertreibt, aber trotzdem, so ganz zufrieden war sie mit ihrem Einknicken nicht. Deshalb schob sie hinterher, sie habe ja nichts gegen solche Gruppen, aber die ändern ja auch nichts. Mit Gruppen meinte sie Nazis, das Wort vermied sie aber sorgfältig. Danach kam nur noch wirres über Weltkriege. Ich wollte gar nicht wissen, welche ausbleibenden Veränderungen sie bedauerte und beschloss mich aus dem Gespräch zurückzuziehen.
Kopfhörer rein, Musik laut und Aus.